Dienstag, 17. August 2010

FREUND-VERNICHTER? FEIND-VERSÖHNER?

und schon wieder ein Wortbruch!

Zum wiederholten Male habe ich diesen Beitrag angekündigt, zum wiederholten Male habe ich ihn hinausgeschoben. Zuletzt für noch im Verlauf der letzten Woche angekündigt, versprochen – und wieder hinausgeschoben.
Aber:
wie gesagt: der Hypnotiseur wacht schon morgens als Hypnotiseur auf. Beginnt den Tag als Hypnotiseur, lebt als Hypnotiseur............. auf Reisen, in der Kneipe, zu hause, im Park, überall!
  • -und wird dabei oft einfach vom Thema eingeholt -
Gestern morgen traf ich beim Frühstück in einer kleinen Kaffeebar am Potsdamer Platz in Berlin einen Automechaniker. „Von Hypnose halte ich überhaupt nichts, erstens ist das alles Humbug, außerdem geht das bei mir sowieso nicht.......“

Der hat ein Problem, dachte ich und antwortete, ohne mich um seine herausfordernden Blicke zu kümmern: „ok, Du bist nicht in der Stimmung, vielleicht bist Du überhaupt nicht geeignet, jemals Hypnose zu erleben................ obwohl ich es Dir gerne mal unverbindlich zeigen würde......... “

Und schon kam die von mir erwartete Anfrage:
„Kannst Du meine Nachbarin hypnotisieren?“

Das kann ich natürlich nicht, wenn sie überhaupt nicht da ist, aber hier scheint der Mensch sein Problem zu haben..

Also frage ich: „was ist mit ihr?“
„Die hat etwas gegen mich! Sie sagt nichts, aber sie schaut immer so seltsam. Wenn ich ihr auf der Treppe begegne. Sie denkt ganz bestimmt, dass ich ein unmöglicher Mensch bin (das habe ich in vornehme Umgangssprache übersetzt) kannst Du die hypnotisieren?“
Ich weiß nur, dass er sich von der Nachbarin falsch wahrgenommen fühlt. Ich weiß nicht, ob er sie hasst oder heimlich liebt. Ich weiß von der Nachbarin nur, dass sie existiert. Sonst nichts.
Und sage: „Ich kann Dir zeigen, wie Du sie hypnotisieren kannst!“
Ich habe aus einem bekannten (?) „Anmache-Guide“ für Profi-Verführer oder solche, die es gerne werden möchten, die Technik „Freund – Vernichter“ gelernt. Eine Gesprächstechnik, welche der Möchtegern-Abschlepper gegen das Argument seines Opfers „Aber ich hab doch einen Freund!“ einsetzen soll. Ich glaube, dass hier das Werkzeug Hypnose (oder meinetwegen NLP) gründlich missbraucht wird.

Ich setze heute und hier die Technik „Freund – Vernichter“ ganz bewusst als „Feind -Versöhner“ ein:

Szenerie:

Klient (A) hat große Schwierigkeiten mit einem anderen Menschen – in diesem Falle mit der Nachbarin (N).
Coach (B) entschärft mit der folgenden Technik die Schwierigkeit, sorgt für eine gesunde Distanz aus welcher sich die Interaktion zwischen A und N verändern kann. Auf die Richtung dieser Veränderung hat B nur wenig Einfluss.



B: Hast Du Lust, ein kleines Gedankenexperiment zu machen? Wie wäre es, wenn Du Dir vorstellen könntest, die störenden Eigenschaften bei der Nachbarin einfach hinter den Mond zu schießen? Das könnte ganz praktisch sein, also, es könnte Dir helfen, dass Dir diese Eigenschaften einfach nichts mehr ausmachen....

(Und nachdem B sein Einverständnis gegeben hat):
B: ok, stell Dir jetzt mal vor, was Dich am meisten an ihr stört....nee, nicht erzählen, nur vorstellen. OK? (und wenn A nickt oder sonst wie bestätigt):
B: gut, dann stell Dir jetzt mal irgendetwas vor, was nur aus dieser Eigenschaft besteht, wie das wohl aussieht.....
(Und jetzt immer, wenn A bestätigt, dass er eine Vorstellung hat):
B: und stell Dir vor, wie diese Eigenschaft sich anhört, wenn sie sich akustisch äußert......
B: und wie sich diese Eigenschaft anfühlen würde.......
B: und wie sie riecht.......
B: und wie sie schmeckt, wenn Du sie knutschen würdest.........
A: nee, bloß das nicht!

B: macht nix! Jetzt noch mal: wie sieht das aus........ wie hört sich das an....... wie fühlt sich das an...... wie riecht das...... wie schmeckt das......... ok, stell' dir vor, schließe die Augen und stell' Dir vor, wie du das zusammenknüllst...... wie Du das auf Schneeballgröße zusammenknüllst........... stell' es Dir vor, dass Du das kannst....... und nicke mit dem Kopf, wenn Du das zusammengeknüllt hast......
A: nickt

B: Gut, nun nimm ein riesiges Katapult, so eine Superzwille, packe diese Kugel hinein.
A: Geht nicht, die Augen gucken mich so an aus der Kugel!
B: Macht nix, dreh sie rum!
A: ok!
B: Spanne die Zwille jetzt sooooo fest an, wie Du kannst! Dann ZÄHLE BIS DREI! Und bei drei lass los!
A: Halt! Ich hab noch ein Gummi zusätzlich draufgezogen....
B: Ok, EINS! ZWEI! DREI! JETZT!
A: (grinst) Schade, dass Du diesen Heulton nicht hören konntest, mit dem sie bis hinter den Horizont geflogen ist.......

B: los! Noch mal - mach es mal alleine!
A: (schließt die Augen, macht Gesten, als ob er eine Zwille spannt, macht Bewegungen, als ob er zählt, grinst, lässt die Arme sinken, öffnet die Augen) „Jetzt war sie sooo schnell weg, ich weiß gar nicht wohin!“

B: NOCHMAL!!!!
A: Gerne! Immer wieder!

B anschließend: Setz' Dich mal auf den anderen Stuhl dort. Ok, Wenn Du jetzt daran denkst, wie Du der Nachbarin wider begegnest.........
A unterbricht: Das finde ich jetzt irgendwie lustig! Ich habe mir gerade vorgestellt: Wenn die wüsste, was ich mit ihr gemacht habe!
B: gibt es irgendwelche Bedenken, wenn Du jetzt an sie denkst?
A: Nee! Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht laut lache, wenn ich sie sehe.......
B: Besser als Magengeschwüre. Oder?
A: Stimmt!

Heute Abend rief mich mein Freund kurz an: Kann das sein, dass Du mich doch hypnotisiert hast?
Ich: wieso?
Gestern Nachmittag bin ich der Nachbarin wieder begegnet. Ich musste einfach grinsen. Es ging nicht anders. Sie hat ziemlich irritiert drein geschaut. Ich glaube, sie hat an sich herunter geschaut, ob irgend etwas nicht stimmt. Gestern Abend das gleiche. Sie hat zurück gegrinst. Heute bin ich ihr auch schon zwei mal begegnet. Irgendwie sind wir ans Quasseln gekommen. Eigentlich ist sie ganz nett..............

Hypnose? 

Montag, 16. August 2010

BURNOUT?

...lege rechtzeitig Brennstoff nach!

Samstag, 17. Juli 2010

Hypnotiseur - Hypnotherapeut - und: ein Wortbruch

Viele KollegInnen bezeichnen sich gerne als "HypnotherapeutIn
Ich bitte diese im Voraus um Verzeihung

Hypnotiseure hypnotisieren. 
Hypnotiseure wachen am Morgen (oder wann auch immer) auf und SIND
HYPNOTISEURE. 
Hypnotiseure beginnen den Tag als Hypnotiseure.
Hypnotiseure beenden den Tag als Hypnotiseure.

Ein Freund erzählte mir vor einiger Zeit: Ich fuhr neulich zusammen mit einem Kollegen in der Bahn. Neben mir saß eine junge Frau. Wir kamen ins Gespräch. Sie fragte mich: Was machst Du beruflich? 
Ich: Ich bin Hypnotiseur.
Sie: Interessant, geht so etwas wirklich?
Ich: Wo steigst Du aus? Aha, dann haben wir noch etwa zehn Minuten. Ich kann Dir gerne mal Hypnose zeigen.....
Sie: Au ja!

Ich habe mit ihr eine Schnellinduktion gemacht, kurz vertieft und mich von der Hypnose überzeugt, habe sie in der Imagination zu ihrem Lieblingsplatz geschickt, nach einigen Augenblicken suggeriert, dass sie von dort ein langanhaltendes, gutes Gefühl mitnehmen möge, habe die Rücknahme angekündigt, habe die Hypnose sehr gründlich zurück genommen, und dann haben wir uns noch ein paar Minuten lang nett und freundlich unterhalten. Sie hat sich sehr, sehr gut gefühlt und war richtig froh, diese Hypnose mitgemacht zu haben. Sie hat mir, als der Zug weiterfuhr, vom Bahnsteig aus fröhlich zugewunken. 


Und dann: 
hat mich mein Kollege furchtbar zusammengestaucht. 
"DU HATTEST KEINEN BEHANDLUNGSAUFTRAG!"
war das harmloseste, was er mir vorwarf.

Frage: was also ist der Unterschied zwischen Hypnotiseur/IN und Hypnotherapeut/IN?
Antwort: während Hypnotiseur/IN eine Sitzung zur allseitigen Zufriedenheit bereits abgeschlossen hat, überlegt sich Hypnotherapeut/IN noch immer mögliche Kontraindikationen und -in diesem Falle- die eigene Legitimation.

Weitere Frage: Wie viele Hypnotherapeuten sind nötig, um eine Glühbirne auszuwechseln?  
Antwort: dreizehn! Einer wechselt die Glühbirne aus, wobei er versucht, für jede einzelne Bewegung die Legitimation durch die anderen zu erhalten. Die zwölf anderen aber streiten sich in der Zwischenzeit darüber, was Erickson, Elman, und wer auch immer momentan als Hypno-Idol gilt,
in der gleichen Situation NICHT getan haben würde................




Und nun zum Thema WORTBRUCH:
Bezüglich meiner Ankündigung, mein Post habe mit dem "Freund-Vernichter" zu tun: Ich habe mich entschlossen, den "Freund-Vernichter" aus moralischen Gründen nicht zu publizieren. Ich werde stattdessen im nächsten Post meine Variation, den "Feind-Versöhner"  vorstellen.

Samstag, 3. Juli 2010

Was ist der Unterschied?

Unterschied zwischen Hypnotiseur und Hypnotherapeut?
Es gibt den Unterschied!
(wird nächste Woche verraten! hat mit dem "Freund-Vernichter" zu tun)

Samstag, 5. Juni 2010

Ankündigung "Freund-Vernichter"

Das wird der nächste Post. 
Wer kann sich unter "Freund-Vernichter" etwas vorstellen?
Kommentare erbeten.
Gruss
von
Hans

Montag, 31. Mai 2010

Und wenn ich als Hypnotiseur/in abgelehnt werde?

MACHT NIX!
Du kannst einfach nicht "everybodies darling" sein! "everybodies darling is everybodies A....l.ch" - (Franz Josef Strauss zugeschrieben - wo er recht hatte, hatte er recht)


Aber meist wirst Du nicht persönlich abgelehnt, wahrscheinlich hast Du jemanden angesprochen, der/die mit einem der gängigen Vorurteile behaftet ist...................


Vorschlag: Antworte zum Beispiel: "Ich würde Dir selbstverständlich gerne Hypnose zeigen, um Dir eine Freude zu machen, aber ich tue es lieber nicht, denn Du bist sicherlich nicht der richtige Ansprechpartner......"


Verlass Dich darauf: diese(r) Ansprechpartner(in) wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wieder auf Dich zukommen und aktiv um eine Hypnoseerfahrung bitten. Vielleicht nicht am gleichen Tag, vielleicht erst nach mehreren (scheinbaren) Ablehnungen. Warte es ganz gelassen ab..................

Sonntag, 23. Mai 2010

Vorschlag zur Präsentation als Hypnotiseur/IN

Vorschlag: Strassen-Kneipen-Show-Überallhypnose


Gewöhne Dir an, jeden Tag, wirklich jeden Tag mindestens einmal irgendwo irgendjemanden zu fragen: "Darf ich Dir/Ihnen etwas zeigen? Eine Methode zur augenblicklichen Entspannung zwischendurch?" Möglicherweise wirst Du anfangs immer wieder Ablehnung erfahren. Denke daran: MX -MACHT NIX- Du wirst nach relativ kurzer Zeit ganz selbstverständlich auf viele Zeitgenossen zugehen können und immer mehr Akzeptanz erfahren. (und: das folgende kann selbstverständlich auch angewendet werden, wenn Du nach Hypnose etc. gefragt wirst (;-))

Und jetzt geht es los!

1.) Vergewissere Dich, dass Deine Gäste frei von körperlichen Problemen mit Armen, Schultern, Rücken sind. Frage sie, ob sie derzeit gesund sind. Auch Angst, Trunkenheit oder Drogen sollten ein Ausschlusskriterium sein.
Dann "verkaufe" Deinen Gästen die Hypnose als "Instant-Entspannung, augenblickliche Entspannung". Du kannst ruhig sagen, daß Du das aus der Hypnose gelernt hast.
(Vorteil: Die Gäste, die nicht in Hpnose gehen, werden Dir zumindest bestätigen, daß sie schön entspannt waren. Deine Demo wird auf diese Weise als Erfolg gewertet.)

2.) Gib Dich anfangs mit einer oder zwei Hypnoseeinleitungen zufrieden. Vielleicht "Die magnetischen Hände" zusammen mit einer abgespeckten "Elman-Induktion" sollten ausreichen. Oder zwei andere Kurzinduktionen, mit welchen Du gut arbeiten kannst. Alles, was die Imagination fördert.

Denke daran, Deine Gäste zu loben, wenn sie den "Elman-Test" machen, oder die Hände sich aufeinander zu bewegen ("Sehr gut! sehr gut machst Du das! Und je besser Du mitmachst, um so besser fühlst Du Dich - Und je besser Du Dich fühlst, um so besser kannst Du mitmachen und diese wunderbare Entspannung erfahren und genießen!")
Eine solche Bestätigung gehört dazu, JEDESMAL, nicht vergessen!!!!!!!!

3.) Gehe ohne Pause über zu "Vertiefen und testen", ohne Dich darum zu kümmern, ob und wie Deine erste Induktion angekommen ist.
Behaupte jetzt, daß ein Arm sich ganz von selbst anhebt. Höher und höher. (Wenn Dir die Reaktion zu lange dauert, kannst Du auch einen Arm des Gastes nehmen, nach oben führen und behaupten: "mach mal eine feste Faust, und Du kannst den Arm nicht beugen. Deine Muskeln machen das ganz von selbst").
Dann laß den Gast die Augen öffnen und den "steifen" Arm betrachten.
Kündige jetzt an: Wenn ich Deinen Arm nach unten bewege, dabei "SCHLAF" sage, dann wird Dein Arm vollkommen schlaff nach unten fallen und Deine Augen schließen sich und Du gehst schlagartig noch viel tiefer, zwei mal so tief, fünf mal so tief, und fühlst Dich immer wohler dabei!

(Vorsicht: entweder zwischendurch dem Gast eine Sitzgelegenheit anbieten, oder alternativ im Stehen wiederholt suggerieren: "Und du stehst völlig sicher und stabil. Dein Körper, Deine Muskeln sorgen dafür, daß Du völlig sicher und stabil stehst, und Du fühlst Dich immer wohler und wohler.....)

Danach setze einen Anker/Trigger: "Wenn immer ich Dich an der Schulter berühre, oder leicht an Deinem Arm ziehe, oder Dich ansehe und das Wort "SCHLAF" sage, dann schließen sich Deine Augen schlagartig und Du gehst noch tiefer und tiefer in diesen wunderbaren Zustand und fühlst Dich noch wohler"

Dann teste es: berühre seine Schulter, gleichzeitig ziehe leicht an dem Arm, schaue ihn an und sage laut und deutlich: "SCHLAF!"

(Du hast ihm/ihr drei verschiedene Interventionen angekündigt, führst jetzt alle dreie gleichzeitig aus.)

4.) Behandle Deine Gäste mit Anstand und Würde!! (andernfalls bekommst Du in der Nacht das schlimmste Zahnweh, welches Du Dir vorstellen kannst!)
Nimm Dir nicht zu viel vor! Beschränke Dich auf z.B. "eine Zahl vergessen", und vielleicht eine Hand an einem Stuhl, Baum, Oberschenkel, oder sonstwo "ankleben".

5.) MACH EINE GANZ, GANZ GRÜNDLICHE RÜCKNAHME! IMMER! AUSNAHMSLOS!

6.) Hypnose macht Spaß! Vermittle dieses Gefühl auch Deinen Gästen! Sorge dfür, daß sie Dich fröhlich und gut gelaunt verlassen.

(gründliches "WAKE UP" bzw. Rücknahme)

Montag, 17. Mai 2010

Wie präsentiere ich mich als Hypnotiseur/in?

Ist Hypnose eine HEILIGE HANDLUNG, oder darf sie auch Spaß machen?


Wenn man mich fragt: "was ist Dein Beruf?" - oder, wenn man mich gar auf die Hypnose anspricht, warum fällt es mir noch immer so schwer, mich als Hypnotiseur zu bezeichnen? Angst, als eine Art Schwarzmagier angesehen zu werden? Oder eher Angst, mich nicht geschickt genug zu präsentieren?

Wer hat noch nie diese Selbstzweifel -oder schlimmeres- gespürt?

Dabei möchte ich ganz selbstverständlich auf die Frage nach meinem Beruf
"HYPNOTISEUR/IN" 
antworten. Und vielleicht ohne Zögern eine kleine Präsentation zeigen - mich als Hypnotiseur präsentieren.

Was hilft??

In jeder Situation, in jeder Umgebung, zu jeder Zeit eine kleine Demonstration zu geben. Wenige Minuten reichen völlig aus!
Ganz selbstverständlich das wesentliche an einer Hypnose demonstrieren.
Gleichgültig, ob im Salon oder auf der Strasse. Ob in der Kneipe oder beim Zahnarzt im Wartezimmer. Überall.