Wo immer Du gerade bist, Du kannst jederzeit und überall
aufgefordert werden, eine Hypnose zu zeigen, sei es zur Demonstration, sei es
zum Zweck der Veränderung eines nicht (mehr) gewünschten Zustandes oder
Verhaltens. Sei unbesorgt, meistens ist es die reine Neugier. Die meisten
unserer Art wissen einfach nicht, was Hypnose sein könnte. Sie nehmen, wenn ihre
Neugier stärker ist, als ihre Bedenken, gerne die Gelegenheit wahr, "die
Hypnose" kennen zu lernen. Eine große Chance für uns, mit den "üblichen"
Vorurteilen aufzuräumen, vielleicht sogar eine Möglichkeit, neue Klienten zu
gewinnen. Aber auch eine Möglichkeit, durch übergroße Vorsicht, Lampenfieber
oder sogar ein wenig Angst, Fehler zu begehen, sich zu blamieren! Eine
schreckliche Vorstellung (;-)!
Hier ein Tipp zur Verstärkung des Selbstvertrauens: Zeige, wenn Du
es mit einer Gruppe zu tun hast, irgend jemand anderem, wie diese(r) Deine
Versuchsperson hypnotisieren kann. Das sorgt für allgemeine Erheiterung. Und:
wenn dabei wirklich ein "Fehler" passieren sollte, dann ist es der Fehler Deines
Schülers und Du bist der/diejenige, Coach, der/die diesen "Fehler" ganz elegant
korrigiert. Und so geht's:
Der weiß gekleidete Hypnotisand hat um Demonstration einer ungewöhnlichen Hypnosetechnik gebeten. Er wird nun aus dem normalen Wachzustand heraus zuerst ohne Hypnose in eine Katalepsie, eine völlige Versteifung von oben bis unten, gebracht. Der Meister -schwarzgekleidet links- weist den Schüler -schwarzgekleidet und Jeans rechts- an, welche Anweisungen er dem Hypnotisanden geben muss. (Oder zeigt der Meister -rechts- dem Schüler -links- diese ungewöhnliche Art der Induktion? Beides ist möglich!)
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| Meister und Schüler platzieren den Hypnotisanden über zwei Stühle. Der Kopf liegt auf einem, die Füße auf dem anderen Stuhl. Es ist klar, wer Hypnotisand ist. Aber: wer ist Meister und wer ist Schüler? |
Erst jetzt kommt die Suggestion: "Schlaf! Der Hypnotisand geht sofort in Trance. Wer von den beiden ist Meister, wer ist Schüler, wer hat die Suggestion gegeben? Und: Wann genau hat hier die Hypnose begonnen?
Auf der Straße oder in jeder anderen Umgebung genügen selbstverständlich auch weniger dramatische Induktionen. Nehmen wir an, Du unterhältst Dich mit einer Gruppe Menschen und wirst plötzlich zu einer Demonstration aufgefordert. Es findet sich ein Hypnotisand. Jetzt kannst Du in die Runde fragen: "Wer traut sich, unter meiner Anleitung, diesen Menschen zu hypnotisieren?" Findet sich ein Schüler, kannst Du ihn auffordern: "Frage den Hypnotisanden, ob er gesund ist, ob er Medikamente nimmt, ob seine Knochen und Gelenke in Ordnung sind...... Lass ihn kerzengerade stehen. Die Füße zusammen. Ganz stabil, so, dass sein Körper sich ganz von selbst ganz stabil trägt........ Jetzt lass ihn eine Faust ballen, so fest, dass er sie nicht mehr bewegen kann............ Und wenn Du ihm jetzt gleich, wenn ich es Dir sage, in die Augen schaust und sagst dazu "SCHLAF!", oder seine Schulter berührst und sagst dazu "SCHLAF!", oder die geballte Faust nach unten drückst und sagst dazu "SCHLAF!", dann wird er ganz fest und stabil stehen und dabei sofort, augenblicklich, in eine tiefe Hypnose gehen.........!"
Du kannst, während Dein Schüler diese Anweisungen befolgt, den Hypnotisanden in aller Ruhe beobachten. Mindestens doppelt so gründlich, als wenn Du alleine, ohne Schüler arbeitest. Aber jetzt übernimm die Hypnose selbst:
(zum Schüler): "Das hast Du sehr gut gemacht, die Hypnose ist schon eingetreten, jetzt übernehme ich wieder!
Dann schau den Hypnotisanden an, berühre gleichzeitig seine Schulter, fasse gleichzeitig seine geballte Faust, drücke sie nach unten und sprich laut und deutlich: "SCHLAF!" und: "Ja! das machst Du sehr gut mit!"
Fahre mit Deiner Lieblingsvertiefung fort, mache einen oder zwei Deiner Lieblingstests, vielleicht auch eine Fraktionierung und noch eine Vertiefung. Betone dabei immer wieder, dass der Körper sich von selbst hält, oder gib dem Hypnotisanden eine Sitzgelegenheit. Zur Demonstration genügt immer eine Kleinigkeit: lass eine seiner Hände irgendwo ankleben, lass ihn eine Zahl vergessen oder ähnliches.
(Meine Lieblingsdemonstration ist: "eine Deiner Hände nähert sich unaufhaltsam Deinem Kopf, der Zeigefinger streckt sich aus, findet ganz von selbst das Ohr, steckt sich von selbst hinein. Das fühlt sich ganz, ganz toll an. Du willst und kannst ihn nicht mehr rausziehen. So toll fühlt sich das an."
Sobald sich der Zeigefinger ins Ohr gesteckt hat, wecke ich den Hypnotisanden auf, frage ihn nach seinem Befinden, frage, warum er denn einen Finger im Ohr hat, frage ihn noch während seiner Antwort, ob er ihn herausziehen kann und warum nicht. Noch während er antwortet, gebe ich den vereinbarten Anker und er geht in eine noch tiefere Hypnose. Ich erkläre ihm nun, dass er soeben eine hochinteressante, ungewöhnliche Erfahrung gemacht hat und kündige die Rücknahme an.)
Mach jetzt Deine Lieblingsrücknahme, und lass Dir an dieser Stelle suggerieren: Mach die Rücknahme wiederholt und sehr, sehr gründlich.
Denke daran, dass Dein Hypnotisand auch nach der Rücknahme für ein bis zwei Minuten in einer Trance sein könnte. Gib ihm noch Wohlfühlsuggestionen und überzeuge Dich, dass er nach spätestens zwei Minuten richtig wach ist und keine Missempfindungen hat (welche er Dir in die Schuhe schieben würde!!)
Bedanke Dich beim Hypnotisanden, weil er mitgemacht hat und bedanke Dich bei Deinem Schüler, weil er (oder auch sie) alles für Dich vorbereitet hat. Möglicherweise hast Du jetzt zwei neue Freunde!


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